Müllfrevel bei Kneiting
Der Müllfrevel bei Kneiting
Als Ortsgruppe des BUND-Naturschutz sehen wir uns verpflichtet für Umwelt- und Naturschutz einzutreten. Daher wenden wir uns auch gegen jegliche Art der Vermüllung unserer Orte, unserer Landschaft, unserer Äcker, Wiesen, Wälder und unserer Gewässer. Müll ist aus mehreren Gründen eine Gefahr für die Umwelt und für die Gesundheit von Mensch und Tier. Außerdem verursacht die Beseitigung dieses Mülls der Allgemeinheit hohe Kosten. Geld, das besser z. B. für den Naturschutz oder soziale Belange ausgegeben werden könnte. Und es gibt Leute, die all das offensichtlich nicht wissen oder nicht wissen wollen.
Im stark betroffenen Gebiet um Kneiting ist leider sogar ein Müllsünder einer besonderen Kategorie aktiv. Er entsorgt mit gezielter Absicht bereits seit vielen Jahren Verpackungsmüll auf öffentlichen und landwirtschaftlichen Flächen. Er wirft ganze Müllbeutel weg oder verstreut Müll bewusst im Gebüsch, auf Wiesen und Äckern. Wir von der Ortsgruppe des BUND Naturschutz haben diesen Frevel seit über einem Jahr im Blick. Inzwischen wissen wir, dass er im Durchschnitt zwei bis drei Müllbeutel pro Woche auf diese Weise „entsorgt“ und das tut er auf insgesamt 14 ausgedehnten weiten Flächen. Der Müll ist oft weit verstreut und manchmal schwierig im Gebüsch und an Hängen zu erreichen. Wind, Wetter und Tiere haben ihren Anteil an der Verteilung. Wir sehen aber nicht schulterzuckend zu und sind in zwei Richtungen aktiv: Die Reinigung der Flächen von frischem und jahrealtem, teils schon zerfallenem Müll und die Verfolgung des Müllsünders. Wir kommen voran, aber beides ist nicht einfach und wir mussten auch Enttäuschungen erfahren.
Die vermüllten Flächen liegen jeweils teils in der Zuständigkeit der Gemeinde Pettendorf, des Kreisbauhofes, des Staatl. Bauamtes, der Stadt Regensburg und gewerblicher Eigentümer. Dieser Zuständigkeitsmix macht es nicht leichter. Alle sind aber jeweils gesetzlich verpflichtet, den Müll zu entfernen. Allen boten wir unsere Zusammenarbeit dafür an. Die Gemeinde Pettendorf wollte leider wenig unternehmen. Gut aber, dass wir den selbst gesammelten Müll im Wertstoffhof abgeben durften. Die Zusammenarbeit mit dem Kreisbauhof funktionierte sehr gut. Anders lief es bei einem gewerblichen Eigentümer, einem großen Gemüsebaubetrieb. Ein Angebot der Zusammenarbeit zum Einsammeln von Müll auf dessen Feld wurde nicht angenommen. Leider sieht man auch viel Gärtnereimüll (Plastiktöpfe, Folien, kaputte Bewässerungsrohre, Gemüsekisten, Palletten) der auf öffentliche Flächen entsorgt wird.
Ganz anders verlief es wiederum mit dem Staatl. Bauamt, das für die allermeisten der vermüllten Flächen zuständig ist. Leider wurde mit schwerem Gerät gearbeitet und viel Buschwerk wurde abgeschnitten, sogar dicke Bäume wurden gefällt. Die Meinungen gingen darüber auseinander, ob das für die Verkehrssicherheit in allen Fällen notwendig war oder nicht. Bei der Aktion wurde leider auch viel frei liegender Müll in kleine Stücke „zerhäckselt“. Zugunsten der Umwelt wurde jedoch sehr konstruktiv eine wertvolle Vereinbarung getroffen: Das Straßenbauamt sollte den gut sichtbaren und frei liegenden Müll einsammeln und wir (Arbeitsgruppe Müll der Ortsgruppe des BN) verpflichteten uns, danach die Flächen von „Häckselmüll“, verstecktem und vergessenem Müll zu säubern und somit die Flächen zu sanieren. Bezüglich der letzten zu säubernden Flächen gab es einige Zwistigkeiten, die aber schnell über einen teilweisen finanziellen Ausgleich beigelegt werden konnten. Diese Zusammenarbeit bewährte sich, denn über das Ziel sauberer Flächen herrschte Einigkeit.
Die Verfolgung des vermuteten Täters erfolgt aufgrund juristischer Gegebenheiten schleppend, obwohl eine Reihe von Indizien offensichtlich sind und die zuständige Polizeidirektion Nittendorf unsere Aktivitäten sehr unterstützt. Aufgrund einer Anzeige wurde eine Person zu einer Anhörung vorgeladen – stritt jedoch (wen wundert es) alles ab. Das zuständige Landratsamt ging nach dieser Vorladung keinen weiteren Maßnahmen gegen diese Person nach. Es hätte aber ohnehin nur eine Ordnungswidrigkeit aussprechen können. Nunmehr ist jedoch durch das Staatl. Bauamt eine Strafanzeige gestellt. Das kann für den Täter sehr teuer werden, denn der Fall ist wegen der schieren Menge des abgeladenen Mülls eine Straftat. Der Ausgang des Verfahrens ist jedoch derzeit natürlich noch offen. Dem Staatl. Bauamt sind wir sehr dankbar, die rechtliche Verfolgung eingeleitet zu haben.
Die folgenden Zahlen und Fakten vermitteln einen Eindruck vom Umfang der Vermüllung. Zwischen Frühjahr 2025 und Mitte Mai 2026 transportierten wir und das Bauamt 160 Müllsäcke mit eingesammeltem Müll aus den entsprechenden Gebieten ab – auch viel Müll, der sich dort über die Jahre angesammelt hatte. Wir schätzen, dass 80 % davon von einer Person stammen. Das ist an der Art des Mülls sehr deutlich erkennbar. Und es sind noch immer nicht alle Flächen gereinigt! Wir als Ortsgruppe investierten bisher circa 165 Stunden an Arbeitszeit, das Bauamt ebenfalls viele Mannwochen. Und das beinhaltet noch nicht einmal Fahrtzeiten und Bürozeit für Berichte, Anzeigen, Presseartikel, Besprechungen, Mails usw usw. Finanziell beläuft sich der Aufwand für das Straßenbauamt auf einige Zehntausend Euros!
Der ganze juristische Ablauf könnte beschleunigt werden, wenn wir Ihre, liebe Leserinnen und Leser, Mithilfe hätten. Die „Problemzonen“ der Vermüllung liegen in etwa im Bereich entlang der Bundesstraße zwischen Mariaort und Winzer und im Bereich der Auf-/Abfahrten zur Bundesstraße bei Kneiting. Seien Sie wachsam und helfen Sie mit, dem Umweltfrevel ein Ende zu setzen. Sie können ggf. Anzeige erstatten oder auch uns informieren.
Der Müllsünder macht jedenfalls weiter mit seiner Art der Müllentsorgung! Wir bleiben dran! Die Natur verpflichtet uns dazu!
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Kontaktieren Sie uns gerne über das Kontaktformular oder direkt an bn-pepiwo@gmx.de!












