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Hitzerekord im Juni erst der Anfang – Handlungsbedarf!

Bürgerbladl Juli 2026

So richtig wurde es eigentlich gar nicht wahrgenommen, aber im Juni 2026 hatten wir Temperaturen, wie sie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen noch nie dagewesen sind. Meteorologen weisen darauf hin, dass diese 38 Grad kein Einzelfall bleiben werden, sondern dass wir in nächster Zeit mit noch höheren Rekorden rechnen müssen. Der Klimawandel ist in vollem Gange, er kann nicht mehr aufgehalten, sondern höchstens noch etwas verlangsamt werden. Dürreperioden werden länger, mit Starkregen-Ereignissen muss gerechnet werden. Es besteht großer Handlungsbedarf.

1. Technischer Schutz

Diese Lösungen kosten etwas, wirken aber sehr schnell. Am meisten durch Hitze gefährdet sind Kranke, Kinder und Ältere. Bei Kindern sinkt die Leistungsfähigkeit ab 25 Grad mit jedem weiteren Grad stärker ab und sie sind auch mehr von Hitzschlägen bedroht. Eine Nachfrage hat ergeben, dass der Hitzestau in Klassenzimmern unserer Schulen enorm ist. Wir sind es unseren Kindern schuldig, ihre Räume mit wirkungsvollen Beschattungen undKlimaanlagen auszustatten. Dies gilt auch für Hort- und Nachmittagsbetreuung. Auch ist darüber nachzudenken, wo klimatisierte Schutzräume zur Verfügung gestellt werden können. Dach-PV-Anlagen liefern übrigens genügend Strom genau dann, wenn uns die Sonne Hitze beschert.

2. Natürlicher Schutz

Kürzlich bemerkten wir bei einer Radtour von Pielenhofen nach Kallmünz, wie angenehm es ist, wenn an vielen Stellen Bäume den Radweg begleiten. Kein Vergleich zur prallen Sonne. Da in Zukunft auch die Hautkrebsgefahr zunimmt, sollten wir sofort mit der Erfassung aller Flächen beginnen, auf denen Bäume gepflanzt werden können. An Straßen und (Feld-)Wegen, Park- und öffentlichen Plätzen, in Gärten, auf Pausenhöfen, Spielplätzen usw. Bäume senken die Umgebungstemperatur, gleichzeitig spenden sie Schatten, der kurzfristig den Körper vor Überhitzung und langfristig die Haut vor Krebs schützt. Laubbäume an der Südseite von Häusern wirken besser als Sonnensegel. Im Winter lassen sie die Sonnenstrahlung wieder durch. Man muss bedenken, dass Bäume recht lange Zeit zum Wachsen brauchen. Umso größer ist der sofortige Handlungsbedarf.

Bäume helfen übrigens auch, uns vor Trockenheit zu schützen. Ihr Schatten verlangsamt die Austrocknung der Erdoberfläche. Darum sind Wälder Wasserspeicher. Über Verdunstung liefern Bäume sogar einen beträchtlichen Anteil der Niederschläge. Und damit sind wir beim Grund- und Trinkwasser. Die Gemeinden sind für die Gewässer 3. Ordnung zuständig. Bisher wurde oft nur an möglichst schnelle Wegleitung der Niederschläge gedacht. Man sollte jedoch die gesetzlich vorgeschriebenen Gewässerabständsflächen der Landwirtschaft nutzen, um den Abfluss zu verlangsamen und damit die Versickerung des Regenwassers zu fördern. Auch hier können Gehölze einen wichtigen Beitrag leisten.

Bäume in der Landschaft wurden bisher oft als Beeinträchtigung der Landwirtschaft angesehen. Mit der Wahl der richtigen Arten und Pflanzstellen kann dies verhindert werden.

All diese Maßnahmen sind große Herausforderungen für die neu gewählten Gemeindevertreter. Sie können hier Weitblick und Entschlossenheit zeigen. Wann steht das Thema auf der Tagesordnung? Es wäre schön, in einer öffentlichen Veranstaltung über das Thema sprechen zu können.

H. Bogner