Neue Tierarten – willkommen oder gefährlich?
Bürgerbladl August 2026
Tiere aus anderen Ländern und Erdteilen, die sich bei uns erhalten und ausbreiten können, heißen Neozoen. Wenn einheimische Tiere und Pflanzen durch sie verdrängt werden, gelten sie als invasive Arten.Es gibt mittlerweile so viele von ihnen, dass eine Aufzählung aller den Raum dieses Beitrags sprengen würde. Manche wurden vom Menschen bewusst eingebürgert, viele andere unabsichtlich. Neuerdings wandern zunehmend auch Tiere ganz von selbst ein, weil der Klimawandel ihnen gute Überlebensbedingungen schafft (Foto!).
Schauen wir uns deshalb einige Arten an, von denen unsere Gegend betroffen ist:
1. In jüngster Zeit trat ein unaufälliger kleiner Schmetterling plötzlich in Massen auf. Er selbst wurde kaum wahrgenommen, aber sein „Werk“ ließ manche/n Gärtner/in verzweifeln. Die teuer gekauften Buchsbäume, die von vielen geschätzt werden, weil sie wintergrün sind, zeigten Fraßspuren und begannen, stellenweise abzusterben. Denn die Raupen des Buchsbaumzünslers ernähren sich ausschließlich vom Buchs. Nur unerlaubte Insektizide wären vielleicht ein Mittel dagegen, doch viele möchten ihren Garten aus guten Gründen gerne giftfrei halten. Manche roden in der Verzweiflung ihren Buchs und gehen das Risiko einer Neupflanzung nicht mehr ein. Doch besteht Hoffnung: Es wurde beobachtet, wie einige einheimische Vögel(z.B: Meisen) lernen, die Teile der Zünslerraupen, die das Gift des Buchsbaums enthalten, zu entfernen und den Rest zu vertilgen.
2. Noch bedrohlicher soll der ebenfalls aus Ostasien mit Holzimporten eingeschleppte Laubholzbockkäfer sein. Seinen Larven mundet das Holz vieler unserer Laubhölzer bis zu deren Absterben. Als in Oberösterreich erstmals Exemplare aufgespürt wurden, fällte und vernichtete man zur Sicherheit in 500m Umkreis alle Laubbäume. In Norddeutschland wurden Hunde trainiert, die Schädlinge zu erschnüffeln.
3. Seit einigen Jahren mussten Fischer an der Donau feststellen, dass sich ein kleiner schleimiger Fisch, der bisher bei uns völlig unbekannt war, explosionsartig vermehrte: Die Schwarzmeergrundel. Während von den etwa 60 noch in der Donau lebenden Fischarten mehr als die Hälfte auf der „Roten Liste bedrohter Arten“ steht und nicht befischt werden darf, fühlt sich die Grundel in den Uferverbauungen „pudelwohl“ und breitet sich europaweit aus.
Die Liste der Neozoen ließe sich noch beliebig fortsetzen. Bisamratten wurden schon vor über hundert Jahren wegen ihres Fells aus Amerika herübergebracht, entkamen aus Zuchtbetrieben und haben seither an Dämmen und Ufern von Flüssen und Fischteichen große Schäden angerichtet. Die asiatische Hornisse vernichtet Wild- und Honigbienen. Bei ihrer Entdeckung besteht Meldepflicht. Die ebenfalls aus Asien stammende Varroamilbe macht Imkern und ihren Honigbienen seit einigen Jahrzehnten schwer zu schaffen. Ob der neuerdings in Mitteleuropa auftauchende Goldschakal ebenso lästig wird wie der in Franken schon verbreitete Waschbär, bleibt abzuwarten. Dieser gefährdet auch die Wiedereinbürgerung der europäischen Sumpfschildkröte.

Es sollte alles getan werden, um deren weitere Ausbreitung zu verhindern. Alle MitbürgerINNEN, die sich für unsere Themen interessieren oder Anregungen oder Kritik haben, sind zum nächsten Treffen der Ortsgruppe am Donnerstag, 10.9.26 in Pettendorf, Café Dezentral um 19.30 Uhr, herzlich eingeladen.
H. Bogner
Foto: Neuerdings an der Naab zu sehen: die Nilgans – auch eine invasive Art (Foto: BN Archiv)







