Neue Pflanzenarten - willkommen oder gefährlich?
Bürgerbladl September 2026
Im letzten Monats-Beitrag ging es um Tiere aus anderen Ländern und Erdteilen, die sich bei uns erhalten und ausbreiten können, in diesem nun ein kurzer Einblick in entsprechende Pflanzen - Fachausdruck Neophyten.
Zunächst fällt auf, dass fast alle Neophyten von Menschen als Nutz- oder Zierpflanzen hierher gebracht wurden. Einige haben sich schon lange bei uns eingebürgert, so dass wir sie gar nicht mehr als solche wahrnehmen. Beispiele sind Bäume wie Rosskastanie, Douglasie, Walnuss, Robinie und verschiedene Obstsorten. Sie fügen sich als Bereicherung in unsere Landschaft ein und neigen nicht zu übermäßiger Ausbreitung. Aus ihnen zieht der Mensch sogar land- und forstwirtschaftlichen Nutzen.
Andere dagegen breiten sich epidemisch aus, verdrängen einheimische Pflanzen und lassen sich nur schwer wieder eindämmen. Im schlimmsten Fall können sie sogar für den Menschen direkt gefährlich werden. Die EU-Liste ihrer Namen ist lang, manche haben sich schon festgesetzt und es besteht die Gefahr, dass eine Auswirkung des Klimawandels die Ausbreitung neuer Unkräuter in der Landwirtschaft sein wird. Hier einige bekannte Beispiele:
Der Riesenbärenklau, auch Herkulesstaude, wurde zunächst wegen seiner imposanten Gestalt gepflanzt und entglitt schnell der Obhut des Menschen. An feuchten und halbschattigen Stellen kann er dichte Bestände bilden. Wer ihn beseitigen möchte, sollte sich schützen. Sein Pflanzensaft kann in Zusammenwirken mit Sonnenlicht Hautverbrennungen hervorrufen. Oft kommt man bei der Beseitigung nicht an der Verwendung von Herbiziden vorbei.
Mindestens ebenso gefährlich ist die Beifuß-Ambrosie. Ihre Samen werden gern von Vögeln verzehrt, deshalb finden sie sich in manchen Winterfutter-Mischungen. Gelangen sie ins Erdreich, entwickeln sie sich zu recht großen hanfähnlichen Pflanzen. Ihre allergene Wirkung übertrifft die der meisten einheimischen Pflanzen bei Weitem. Ich selbst musste diese Erfahrung einmal machen, als ich alle Warnungen in den Wind schlug und eine Ambrosia, die ich am Futterplatz im Garten entdeckte, mit bloßen Händen entfernte. Eine heftige Atemnot und gereizte Schleimhäute waren die Folge. Schutzhandschuhe und Gesichtsmaske sind zu empfehlen!
Das drüsige Springkraut, der sibirische und der japanische Staudenknöterich besiedeln gerne feuchte Plätze und Ufer von Gewässern, z.B. an der Naab. Sie können so dicht und hoch wachsen, dass sie andere Uferpflanzen komplett verdrängen, wie das Sumpfknabenkraut, eine botanische Kostbarkeit.
Eigentlich schön anzusehen, außerdem eine gute Bienenweide, wäre die kanadische Goldrute. Doch auch sie droht dort, wo sie sich unkontrolliert ausbreitet, alle anderen Pflanzen zu verdrängen. Da sie mehrjährig ist, nutzt es nichts, sie abzumähen, man muss sie ausreißen. Mitglieder der Ortsgruppe haben das am Schafbuckel, wo noch eine einmalige Pflanzenvielfalt besteht, versucht.

Es sollte alles getan werden, um die weitere Ausbreitung von invasiven Pflanzen zu verhindern. Beispielsweise sollte man auch die Pflanzung des giftigen Kirschlorbeers im Garten unterlassen und ihn besser dezimieren oder ganz entfernen.
Alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich für unsere Themen interessieren oder Anregungen oder Kritik haben, sind zum nächsten Treffen der Ortsgruppe am Donnerstag, 15.10.26 in Pettendorf, Café Dezentral um 19.30 Uhr, herzlich eingeladen.
H. Bogner







